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Star Wars: Die Genesis der Saga

Zum 30. Geburtstag von Star Wars blickten wir zurück auf seine Anfänge. Dies ist die Welt von The Star Wars, vom Journal of the Whills und vom Anfang der legendären Saga vom Krieg der Sterne.
Star Wars: Genesis - Die Entstehung der Saga

Granicus und Utapau: Welten im Wandel

Mit den Prequels ist es zur Gewohnheit geworden, dass jede Episode des Kriegs der Sterne neue unglaubliche Welten präsentiert, jede phantastischer und einzigartiger als die vorangegangene.

Die frühen Drehbücher von Episode IV zeigen im Bereich der Planeten gleichzeitig das Bestreben von George Lucas, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen wie auch, gerade in späteren Versionen, seine Erkenntnis, dass die technischen Mittel seiner Zeit für manche seiner Ideen nicht reif waren.

Der erste Planet, der im Rough Draft auftauchte, trug den Namen Utapau. Er hatte mit seinen Namensvetter aus Episode III allerdings zunächst nicht viel gemein, das Drehbuch beschreibt Utapau hier als blauen Planeten, der im weiteren Verlauf der Handlung jedoch nie besucht wird. Statt dessen führt die Geschichte auf den vierten Mond von Utapau, einen lebensfeindlichen Trabanten, sturmgepeitscht, grau und abweisend.

Die erste Beschreibung von Utapaus Mond erinnert stark an die Bilder der Mondlandung

Glücklicherweise mutet Lucas seinen Helden diesen unerfreulichen Ort nicht lange zu, sondern führt sie nach einer tragischen Begegnung mit einem Dunklen Lord der Sith weiter nach Aquilae, einer Welt, die große Ähnlichkeit mit dem späteren Tatooine hat, gleichzeitig jedoch auch Anleihen an das spätere Alderaan nimmt. Aquilae ist eine Wüstenwelt, in deren Zentrum sich ein märchenhafter Palast erhebt, eine wahre Oase mit Gärten, Springbrunnen und reichem Pflanzenwuchs, wo König Kayos und Königin Breha mit ihrer Familie leben.

Im Rough Draft enthalten ist eine frühe Version zweier späterer Filmszenen, der berühmten Zwillingssonnenszene aus Episode IV und der Bail-Organa-Szene auf Alderaan aus Episode III. Hier, im Rough Draft, sind es Kayos und Breha, die Arm in Arm von ihrem Balkon zusehen, wie die riesigen Zwillingssonnen ihrer Welt am Horizont verschwinden.

Außerhalb ihres Palastes finden sich vertraute Gebiete wie das Dünenmeer und Jundland, eine kahle Einöde, wo riesige Tafelberge langsam von der Wüste verschlungen werden. Der größte Raumhafen des Planeten Aquilae, der in der ersten Fassung zeitweise Townowi heißt, trägt den Namen Gordon – wohl eine Anspielung auf Flash Gordon -, außerdem gibt es eine Akademie in der Stadt Chathos, an der Prinzessin Leia zu Beginn des Films ihr Studium aufnehmen will.

Jabbas Festung greift das Konzept einer Palastoase in der Wüste wieder auf, wenn auch in stark pervertierter Form

In der zweiten Drehbuchfassung verschwindet der Name Aquilae zunächst, in der dritten Version taucht er nur noch in einem Nebensatz auf, welche Art von Welt er bezeichnet, ist allerdings unklar. Der Planet allerdings überlebt und heißt in Version 2 und 3 Utapau, das wiederum warm und orangefarben im Weltall leuchtet und die Monde des alten Utapau geerbt hat. Im zweiten Drehbuchentwurf hat das neue Utapau eine weitere Siedlung namens Anchorhead hinzugewonnen, noch im Rough Draft der Name eines Sternensystems. Den prächtigen Palast des Rough Draft sucht man hier allerdings vergebens.

Wie später Tatooine ist das neue Utapau nun die Heimatwelt des Helden Luke, und wie Tatooine in Episode II zur letzten Ruhestädte von Anakins Mutter wird, findet sich in der zweiten Drehbuchfassung das Grab von Lukes Mutter wenige Schritte entfernt von seinem Haus, beziehungsweise dem Haus von Owen, Beru und Leia Lars.

Im dritten Drehbuchentwurf ändert sich auf Utapau nichts mehr, erst im vierten verschwindet sein Name und wird durch Tatooine ersetzt, ein Schicksal, das Utapau 20 Jahre später erneut wiederfahren sollte, als der Name erneut verdrängt wurde, diesmal vom Namen Naboo.

Aquilae, Townowi, Utapau oder Tatooine: viele Namen, eine Wüstenei

Die dritte Welt des Rough Draft trägt einen vertrauten Namen und bietet ein vertrautes Bild, nur wurde der Name später andernorts verwendet und die Welt zweigeteilt. Die Rede ist von Alderaan, hier die Hauptwelt des Neuen Galaktischen Imperiums, eine Wolkenwelt, über der die riesige imperiale Hauptstadt wie später die Wolkenstadt von Bespin magisch dahinschwebt. Auch in der zweiten und dritten Version bleibt Alderaan, das in der ersten Fassung kurzzeitig Granicus heißen sollte, die Hauptwelt des Imperiums mit einer großen Wolkenstadt, und in allen vier Versionen – Rough Draft, erster, zweiter und dritter Drehbuchfassung – ist Alderaan der Schauplatz der großen Befreiungsaktion, zumeist von einer Prinzessin, einmal auch von Lukes Bruder Deak Starkiller.

Coruscant im Wolkenmeer: eine kleine Verbeugung vor den ersten Versionen

Die imperiale Stadt wird als leuchtender Ort beschrieben, kuppelförmig, schwebend und auf einem großen Turm ruhend, der tief hinunter in das unendliche Wolkenmeer reicht – eine recht genaue Beschreibung der späteren Wolkenstadt.

Nein, dies ist nicht die Wolkenstadt: eine frühe Konzeptzeichnung Ralph McQuarries für die imperiale Hauptstadt Alderaan

Die vierte Welt des Rough Draft ist Yavin, und sie hat sich von allen Welten der frühen Entwicklungsphase in der Folge auf den ersten Blick am wenigsten verändert, auch wenn Yavin zunächst als Planet beginnt und sich die Handlung erst später auf den vierten Mond dieses Planeten verlagert. Schon im Rough Draft ist Yavin eine blau-grüne Urwaldwelt, deren Dschungel unendlich ist und im Sonnenlicht raucht, und schon hier gibt es auf Yavin einen Stützpunkt, wenn es auch noch kein Rebellenstützpunkt ist, sondern ein imperialer Außenposten.

Außerdem weist Yavin hier Charakteristiken von Endor und Kashyyyk auf, riesige mit grauem Fell bedeckte Wesen leben hier, die Wookees, deren Kaapauku-Stamm von einem Häuptling namens Auzituck und seinem Sohn Chewbacca angeführt wird. Außerdem sind die Bäume zu diesem Zeitpunkt noch unglaublich riesig, ein weiterer Punkt, der später an Kashyyyk ging. Zuletzt ist Yavin auch die Heimat des Ehepaars Lars, das hier in einem Baumhaus lebt, eine Idee, die später im Holiday Special und in Episode VI mit dem Baumdorf der Ewoks aufgegriffen wurde.

Das Baumhauskonzept fand im Holiday-Special Verwendung

Im zweiten Drehbuchentwurf verändert sich die Farbe des Planeten – bzw. jetzt bereits des Mondes -ein wenig, nun ist Yavin tiefgrün, noch immer von Nebelschwaden umwölkt und beherbergt einen Rebellenstützpunkt, der hier „Masassi“ heißt.

Bevölkert man dieses Konzeptbild für Die Rückkehr der Jedi-Ritter mit Wookiees, bekommt man eine Vorstellung des frühen Yavin

In der dritten Drehbuchfassung wird der vierte Mond von Yavin als smaragdgrün beschrieben, wiederum gibt es undurchdringliche Urwälder mit riesigen Bäumen, und die Luft ist nun von den phantastischen Schreien unvorstellbarer Tiere erfüllt, eine recht offensichtliches Zugeständnis an die technischen Beschränkungen der 70er, denen Lucas hier wohl ausweichen wollte, indem er hörbar machte, was er nicht zeigen konnte. Diese Lösung wurde später auch erfolgreich auf das Dia-Noga-Monster im Müllschacht des Todessterns und das Wampa-Eisungeheuer in Episode V angewandt.


Christoph

Als SWUler der 2. Generation ist Christoph seit Sommer 2001 auf Star Wars Union aktiv und übernimmt inzwischen eher Aufgaben hinter den Kulissen. Seine Liebe gehört der Lucas-Saga, dem Dunklen Imperium, der New-Jedi-Order-Buchreihe, der Entstehungsgeschichte des Kriegs der Sterne sowie Jyn Erso.

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